Perfekte Nassrasur in sechs Schritten

Von Phillip Körperpflege 16 Kommentare zu Perfekte Nassrasur in sechs Schritten

Rasierpinsel & Rasierhobel

In dieser Anleitung zur perfekten Rasur erklären wir euch wie man Haut und Barthaar optimal auf die Rasur vorbereiten kann um Rasurbrand zu verhindern und glattere Rasurergebnisse zu erzielen. Schon kleine Änderungen bei der Vorbereitung und der Ausführung machen den Unterschied zwischen normaler Rasur und makelloser Rasierkunst.

Zusätzlich geben wir Tipps und Tricks um die Haut auch bei täglicher Rasur optimal zu schützen und immer gut auszusehen.

Generell empfehlen wir die Rasur mit einem Rasiermesser oder einem Rasierhobel/Sicherheitsrasierer gegenüber Rasieraufsätzen mit mehreren Rasierklinken. Zum einen schneiden die Rasiermesser und -hobel noch besser und zum anderen sind sie bei häufiger Rasur wesentlich kostengünstiger. Die Anschaffungskosten sind natürlich höher, dafür kosten die Klingen für Rasierhobel nur einen Bruchteil normaler Rasierklingen. Hobel und Rasiermesser behält man in der Regel ein Leben lang und da wir uns immer mit dem Rasieren beschäftigen werden sind diese eine sinnvolle Investition. Für Einsteiger empfiehlt es sich zunächst mit einem Systemrasierer zu beginnen, da das Verletzungsrisiko hier am geringsten ist, und danach dann mit einem Rasierhobel oder -messer zu arbeiten.

Kommen wir nun zu den einzelnen Schritten auf dem Weg zur perfekten Nassrasur:

1. Trimmen

Sollte die letzte Rasur einige Tage her sein, muss das Barthaar so kurz wie möglich getrimmt werden, um später das Gleiten der Klinge auf der Haut zu vereinfachen. Sind die Haare zu lang, kann es dazu kommen, dass die Klinge hängen bleibt, was sich durch Zupfen bemerkbar macht und den Spaß an der Rasur mindert sowie das Verletzungsrisiko erhöht.

2. Gesicht reinigen

Nach eventuellem Trimmen des Haars werden wir nun das Gesicht reinigen um Schmutz und Bakterien zu entfernen und so einer häufigen Ursache von Rasurbrand vorbeugen. Wir empfehlen einen Gesichtsreiniger oder ein sanftes Gesichtspeeling zu verwenden. Optimal sind Reiniger mit desinfizierenden Inhaltsstoffen wie zum Beispiel Teebaumöl.

Oft wird die Reinigung vor der Rasur empfohlen um eingewachsenen Haaren entgegenzuwirken, allerdings sind diese in der Praxis sehr selten. Solltet ihr unter eingewachsenen Haaren leiden, werden regelmäßige Gesichtspeelings und Masken abhilfe schaffen.

3. Gesichtshaut einweichen

Ist das Gesicht gereinigt, tränken wir ein kleines Handtuch mit warmem Wasser und legen es für ca. 30-60 Sekunden auf den zu rasierenden Bereich. Die Wassertemperatur sollte so heiß gewählt werden, dass das Wasser leicht dampft, wenn ihr das Handtuch darin einweicht. Natürlich immer nur so heiß, dass es noch angenehm ist und in keinem Fall Brandblasen o.ä. auftreten. Durch das Erhitzen entspannt man die Haarwurzeln und das Haar tritt weiter an die Oberfläche und gewährleistet so ein noch glatteres Rasurerlebnis. Gleichzeitig werden die Poren geöffnet um so die pflegenden Stoffe der Rasierseife besser aufzunehmen.

Solltet ihr vor dem Rasieren duschen, könnt ihr diesen Schritt weglassen, als Alternative wäre auch ein kleines Dampfbad für das Gesicht denkbar. Dazu einfach heißes Wasser in das Waschbecken oder ein Gefäß geben, das Gesicht darüber halten und mit einem großen Handtuch abdecken, sodass die warme Luft nicht so schnell entweichen kann.

4. Rasiercreme oder -seife auftragen

Der letzte Schritt in der Vorbereitung ist das Auftragen einer Rasiercreme. Durch den Einsatz eines Rasierpinsels (Optimal aus Dachshaar) werden die Haare aufgerichtet und zusätzlich zum Einweichen mit Wasser noch weicher gemacht. Den Pinsel unter warmes Wasser halten und Rasierseife aufschlagen, danach gleichmäßig auf dem Barthaar verteilen. Bevor mit der eigentlichen Rasur begonnen werden kann solltet ihr die Seife ca. 60 Sekunden lang einziehen lassen.

5. Die Rasur

Nun zum schwierigsten Teil der Rasur, dem Schneiden der Haare. Egal welche Art von Rasierer ihr benutzt, ob Rasiersystem mit mehreren Klingen, Rasiermesser oder Rasierhobel, solltet ihr folgende Tipps immer beachten.

Bei empfindlicher Haut nur mit der Wuchsrichtung der Haare rasieren, wenn ihr nach einmaliger Rasur mit der Glätte nicht zufrieden seid, könnt ihr erneut Rasierseife auftragen und quer zur Wuchsrichtung rasieren. Das Rasieren „gegen den Strich“ liefert oftmals eine noch glattere Haut, allerdings werden die obersten Hautschichten sehr stark beschädigt, weshalb diese Methode nicht oft angewendet werden darf und auf Grund des erhöhten Verletzungsrisiko nur erfahrenen Personen zu empfehlen ist.

Die Reihenfolge kann vor allem beim Oberlippenbart und dem Kinn eine entscheidende Rolle spielen. Hier sind die Barthaare bei den meisten Männern besonders stark, deshalb sollte man die Rasiercreme dort am längsten einwirken lassen und als letztes rasieren.

Mit der freien Hand wird die Gesichtshaut entgegen der Wuchsrichtung gespannt, um die Haare weiter aufzustellen und möglichst weit unten abzuschneiden. Beim Rasieren des Halsbereichs den Kopf zurückneigen und mit der freien Hand straffen. Durch das Spannen der Haut wird die Rasur wesentlich gründlicher und schützt euch vor Schnittverletzungen.

Um unangenehmes Zupfen zu vermeiden immer nur ca. 2-3 cm kurze Züge im 30° Grad Winkel ziehen und die Klinge mit warmem Wasser abspülen.

Die Klinge ohne Druck über das Gesicht gleiten lassen, hier liegt bei vielen Männern die unter starken Rötungen nach der Rasur leiden die Ursache. Durch die optimale Vorbereitung und das Spannen der Haut werden die Haare so weit unten abgeschnitten, dass kein Druck erforderlich ist.

6. Pflege nach der Rasur

Ist das Gesicht komplett rasiert, spült man mit lauwarmem Wasser die letzten Seifenreste ab, danach schließen wir die Poren mit kaltem Wasser um Infektionen bzw. Entzündungen zu vermeiden. Das Gesicht sollte danach mit einem sauberen Handtuch leicht abgetupft werden um weiteren Stress durch das Reiben mit einem Handtuch zu entgehen.

Tipp: Sollten kleinere Schnittverletzungen auftreten, kann man nach dem Abwaschen der Seifenreste einen Alaunstein auf den betroffenen Stellen einsetzen um mögliche Blutungen zu stillen. Den Alaunstein bzw. das Gesicht vor der Nutzung leicht anfeuchten, die blutstillende Wirkung sollte sofort einsetzen.

Um der Haut Feuchtigkeit zurückzugeben und vor Infektionen zu schützen tragen wir ein Aftershave auf, bei emfindlicher Haut sind Produkte ohne Alkohol ratsam, ein leichtes Brennen direkt nach dem Auftragen ist aber normal. Für Männer mit trockener Haut empfehlen sich Aftershaves die rückfettend sind, alternativ kann aber auch ca. 10-30 Minuten nach dem Auftragen des Aftershaves die normale Feuchtigkeitscreme aufgetragen werden.

Sollten sich nach dieser Rasurroutine immer noch Rötungen oder Rasurbrand bemerkbar machen, empfielt es sich einen weiteren Blick in die Inhaltsstoffe der Pflegeprodukte zu werfen und auf Alkohole zu verzichten. Regelmäßig die Rasierklingen wechseln und niemals zu starken Druck auf die Haut ausüben sollten dann eventuell noch stärker beachtet werden. Ein Rasieröl kann die Vorbereitung auf die Rasur nochmals verbessern und für ein besseres Gleiten der Klinge sorgen.

Falls euch diese Tipps auch nicht weiterbringen geben wir gerne weitere persönliche Beratung und helfen bei der Ursachenforschung!

Je nach dem wie oft man sich rasiert, kann einige Zeit vergehen bis man die Rasiertechnik „richtig“ erlernt hat. Um den Einstieg zu erleichtern sollte wie oben schon angesprochen zu Beginn mit einem Systemrasierer rasiert werden, weil man hier bei dem Winkel nichts falsch machen kann und die Rasur mit mehreren Klingen weniger stressig für die Haut ist. Danach kann man mit einem Rasierhobel weitermachen, hier empfiehlt es sich am Anfang nur die Wangen zu rasieren um ein Gespür für das Gleiten der Klinge zu erlangen. Wenn man das Rasieren mit dem Hobel beherrscht kann man mit dem Rasiermesser seine Rasierroutine weiter verbessern.

Habt ihr weitere Tipps um das Rasurerlebnis weiter zu verbessern oder noch Fragen zur richtigen Anwendung, dann lasst es uns in den Kommentaren wissen?

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16 Kommentare
  • Nils
    Veröffentlicht am 2. Juni 2015 um 17:41

    Super Anleitung. Welche Rasierklingen könnt ihr für Anfänger empfehlen?

    Antworten
    • Phillip
      Veröffentlicht am 2. Juni 2015 um 17:47

      Für den Rasierhobel empfehle ich dir Derby Extra oder Feather Klingen. Bei den Systemrasierern kannst du eigentlich nichts falsch machen, tendenziell gilt: Je mehr Klingen, desto schonender für die Haut.

      Antworten
  • Lea
    Veröffentlicht am 12. Juni 2015 um 20:46

    Hey Phillip! Sehr gutes Magazin!

    Antworten
  • Tim
    Veröffentlicht am 23. Juni 2015 um 22:21

    Ist zwar relativ aufwendig sich jeden Tag so zu rasieren, aber die Haut ist danach definitiv weniger gereizt

    Antworten
    • Phillip
      Veröffentlicht am 24. Juni 2015 um 14:20

      Stimmt, sich jeden Tag so zu rasieren ist aufwendig, aber die Ergebnisse sprechen ja für sich 🙂
      Je öfters Du dich so rasierst, desto schneller wirst du mit der Zeit auch. Für die tägliche Rasur, kannst du den ein oder anderen Schritt aber auch mal auslassen.
      Diese Schritte solltest du eher anwenden, wenn du das Ritual des Rasieren zelebrierst. Das macht man am besten mit viel Zeit und Hingabe.

      Antworten
  • Ray
    Veröffentlicht am 12. Juli 2015 um 1:24

    Danke für diesen Artikel und deinen Blog.

    Ich kann mit eine Rasur ohne Rasierhobel gar nicht mehr vorstellen. Natürlich, wenn man sich das erste Mal mit einem Rasierhobel rasiert muss man sich umstellen und es wird wohl auch den einen oder andere Schnitt geben.

    Nach der Eingewöhnungsphase aber, will man nie mehr zu einem Gillette zurückkehren.

    Ich hasse es immer, wenn ich nur nur mit Handgepäck verreise und keine Klingen mitnehmen kann.

    Falls du interessiert bist, ich habe vor kurzem auch über dieses Thema auf meinen Blog einen Artikel zum Thema Rasierhobel publiziert: http://mannbibel.com/wordpress/2015/01/05/1-rasiere-dich-wie-ein-mann-mit-einem-rasierhobel/

    Danke und Gruss
    Ray

    Antworten
    • Phillip
      Veröffentlicht am 12. Juli 2015 um 13:28

      Stimmt genau, wir möchten den Rasierhobel auch nicht mehr missen.
      Wenn man nach einer Reise wieder zurückkehrt, kann man sich dann doppelt auf die nächste Rasur freuen 🙂

      Antworten
  • Ray
    Veröffentlicht am 13. Juli 2015 um 20:37

    Absolut.

    Was mir auch immer wieder auffällt, wie schwer es ist im „normalen“ Laden Rasierklingen zu kaufen. Im Ausland habe ich schon X-Läden abgeklappert ohne fündig zu werden.

    Eine Freude war es dann, nachdem ich in Tokyo endlich die Festher-Klingen in einem Laden gefunden hatte.

    Kann man Rasierseife eigentlich ohne weiteres im Handgepäck mitnehmen?

    Aus meiner Sicht sollte es kein Problem darstellen, ist die Seife ja weder flüssig noch Gel. Leider wurde mir die Rasierseife aber auch schon bei der Sicherheitskontrolle in Bangkok abgenommen.

    Gruss
    Ray

    Antworten
    • Phillip
      Veröffentlicht am 14. Juli 2015 um 12:26

      Die Feather Klingen sind wirklich super.
      Also in inländischen Flügen hatte ich damit bisher keine Probleme. Würde aber auch eher auf Nummer sicher gehen und keine hochwertige Rasierseife mitnehmen, wenn einem diese dann abgenommen wird ist es doppelt ärgerlich.

      Antworten
  • Bartpflege Tipps
    Veröffentlicht am 19. August 2016 um 9:33

    Vielen Dank für den Artikel, die Anleitung finde ich echt cool.

    Antworten
  • Rasierhobel Test
    Veröffentlicht am 18. Oktober 2016 um 11:26

    Sehr schöne Anleitung zur perfekten Rasur 🙂 ich bin Fan eines Rasierhobels. Er ist einfach was Preis-/Leistung angeht unschlagbar im Vergleich mit den klassischen Systemrasierern.

    Antworten
    • Phillip
      Veröffentlicht am 18. Oktober 2016 um 11:37

      Dankeschön! Der Rasierhobel steht wegen seiner einfachen Anwendung auch bei mir ganz oben auf der Liste 🙂

      Antworten
  • Sebastian
    Veröffentlicht am 7. April 2017 um 13:32

    Hallo zusammen,

    ich habe vor, etwas zu verändern. Mit dem Bart fange ich an. Da mir die überteuerten Systemrasierer auf die Nerven gehen, ich das elektrische Dauergebrumme von Braun und Co. nicht leiden kann, habe ich mich nun auch für einen Rasierhobel entschieden. Meine letzte Rasur ist (leider 🙂 ) noch nicht lange genug her, um das heute eingetroffene Gerät erstmalig zu verwenden – aber das wird sich ja rasch ändern. Ich danke euch, für die vielen interessanten Tipps und Anregungen zu dem Thema.

    Beste Grüße aus Hessen
    Sebastian

    Antworten
    • Phillip
      Veröffentlicht am 8. April 2017 um 9:33

      Hallo Sebastian,

      eine gute Wahl, wenn du erstmal etwas in Übung gekommen bist, wirst du den Systemrasierer und die Elektrogeräte nicht mehr vermissen.

      Danke für deinen Kommentar und viel Spaß bei der ersten Nassrasur mit dem neuen Rasierhobel
      Phillip

      Antworten

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